Meine Reise nach Aotearoa

Auslandsjahr in Neuseeland

24Januar
2017

Rakiura - Land of glowing skies

Rakiura (Land of glowing skies) ist der Maori Name für Stewart Island. Und genau dort habe ich die letzten acht Tage mit meiner lieben Gastfamilie verbracht... Stewart Island liegt unterhalb der Südinsel und ist ca. zwei drittel so groß, wie das Saarland (danke Wikipedia;)). Auf jeden Fall gibt es dort nur ein Dorf, Oban, mit etwa 600 Einwohnern und der größte Rest der Insel ist Nationalpark mit ein paar Tracks und ansonsten Wildnis. Dorthin sind wir mit dem Flugzeug gekommen; über Christchurch nach Invercargill und dann nach Oban. Der letzte Flug war in einem Zehnsitzer und ich saß direkt hinter dem Pilot. Der Flug war ziemlich abenteuerlich, da es windig und nebelig war und wir die ganze Zeit gehüpft sind. Die Aussicht war aber wunderschön... Wir sind bei strömenden Regen angekommen und hatten als erstes die besten Kumarapommes im einzigen Fish & Chips Shop. Dann haben wir uns nur noch in unserer Wohnung eingerichtet und dann bis zum nächsten Mittag geschlafen.

Auch am Dienstag hat es immer noch geschüttet und die Einwohner haben uns erzählt, dass es seit ungefähr 15 Wochen regnet und es lange nicht mehr so nass war. Wir sind trotzdem spazieren gegangen und aus einem kurzem Herumschauen wurde ein mehrstündiges Wandern. Dabei konnten wir zum ersten Mal die Natur Stewart Islands sehen und genießen. Die Landschaft und das Wetter waren ziemlich rau; Felsen, Klippen, Schauer und Sturm, schäumende Wellen und Regenwald. Das alles hat mich in einer wundervollen Weise verzaubert... 

Am nächtsten Tag waren wir dann umso überraschter, als die Sonne zu uns hereinstrahlte. Auf Stewart Island gibt es den Rakiura Track, der einer der Great Walks ist, und den wir für drei Tage geplant hatten. Der Track ist 32 km lang und wir sind bei diesem superschönem Wetter losgelaufen. Wir starteten in einer kleinen Bucht und sind dann durch den Wald immer an der Küste entlanggelaufen. Heute sah alles total anders aus, als am Tag davor. Der Wald war super friedlich und die Atmosphäre war total entspannt. Wir sind immer wieder zu Lichtungen und Ausblicken auf das Meer gekommen und haben ansonsten den neuseeländischen Wald genossen, der sich immer noch von Abholzung von vor über 100 Jahren erholt. Kurz nachdem wir unsere Hütte für die Nacht erreicht hatten, hat es auch wieder angefangen zu regenen. Ich war noch auf einem Abendspaziergang, da dort Kiwi-Hotspot ist, doch wegen des Sturmes haben sich keine blicken lassen...

Am nächsten Tag war der Wald wieder anders. Er war ziemlich laut und überall hat es geknarzt und Geräusche gegeben und wir sind von einem Schlammfeld ins nächste und einem Regenschauer in den anderen gekommen. Das Laufen hat super viel Spaß gemacht und etwas eingesaut sind wir dann auch bei der Hütte angekommen. Wir waren jetzt an der Küste auf der anderen Seite der Landzunge und ich hatte ein wunderschön erfrischendes Bad im Meer. In der Nacht habe ich versucht in meiner Hängematte draußen zu schlafen, was super cool war. Allerdings musste ich mich dann doch vor dem Erfieren in den warmen Schlafsaal retten.tongue-out

Am letzten Tag unserer Wanderung ging es wieder zurück nach Oban und wir haben einige Vögel, wie Fantails und Tomtits und viele Tuis, gesehen. Wir haben außerdem einiges über Stewart Islands Geschichte gelernt. Vor ca. 200 Jahren war die Insel nämlich sehr beschäftigt; es gab Sägewerke und Fischfang, sowie Wal- und Robbenfang war an der Tagesordnung. Heute darf der Wald aber zum Glück wieder wachsen und die Flora und Fauna sich langsam erholen... Viel zu früh sind wir auf jeden Fall wieder zurück in die Zivilisation gekommen und in unser neues Ferienhäuschen gezogen...

Die nächsten Tage haben wir dann mit entspannen, Tageswanderungen und dem Analysieren von Pflanzen und Tieren verbracht. Wir haben zum Beispiel Albatrosse und Kakarikis gesehn, das sind kleine, grüne Papageien. Außerdem haben wir seeehr viele Kartenspiele und unzählige Runden Kniffel gespielt... Am letzten Tag waren wir dann noch auf Ulva Island. Die kleine Insel ist eine schädlingsfreie Insel, also ohne Ratten, Wiesel und all diesen Tieren, die eine Bedrohnung für Neuseelands einheimische Tierarten darstellen. Dadurch leben auf Ulva Island super viele verschiedene Vogelarten und wir haben einige Stunden mit Herumwandern und Vögel beobachten verbracht. Überall sangen und trällerten diese und mir ist erst dort aufgefallen, wie still es auf dem normalen Land ist und wie es vor der Ankunft des Menschens in Neuseeland gewesen sein muss... Ich habe am Ende dieses Blogeintrages mal alle Vögel aufgelistet, die wir gesehen haben... Zur Feier des Tages haben wir dann noch einmal bei dem Fish und Chips Shop gegessen, wo ich eine super gute Fischsuppe hatte.

Ich werde auf jeden Fall ein kleines Stück meines Herzens auf dieser wunderschönen Insel lassen... Sie ist einfach beeindruckend und verzaubernd, in einer besonderen und teilweise rauen Art und Weise und ich werde die Besuche der kecken Kakas vermissen, sowie den magischen Ort hinter dem Haus, wo ein Baum aus einem riesigen Felsen wächst. Es ist einfach schön so nahe der Wildnis zu sein und auch wenn wir keine Kiwis gesehen haben, ist es doch ein sehr gutes Gefühl zu wissen, dass die da irgendwo herumlaufen und wahrscheinlich nirgendwo sicherer sind...

 

  Kaka Robin Tomtit Fantail Brown Creeper Tui Bellbird Grey Warbler Kakariki Wood Pigeon Weka Albatross

(nzbirdsonline.org.nz)