Meine Reise nach Aotearoa

Auslandsjahr in Neuseeland

26April
2017

Lake Wanaka und Queenstown

Nach der zweiten Nacht in Franz Josef sind wir dann wieder aufgebrochen, um zum Lake Wanaka zu fahren. Dabei sind wir aber erst am Lake Matheson vorbeigekommen; ein kleiner Moorsee, der so spiegelglatt war, dass sich die Berge und der Wald darin glasklar gespiegelt haben. Natürlich ist dieser See auch relativ bekannt und eine Touristenattraktion geworden, aber die meisten waren nach dem ersten Aussichtspunkt schon zufrieden und wir konnten die Stille genießen, sobald wir auf der anderen Seite des Sees angekommen waren. Denn eigentlich ist dies schon ein mystischer Ort… Anschließend stöberten wir noch ein bisschen durch den Souvenirshop und sind dann weitergefahren. Den nächsten Stopp haben wir in Haast gemacht, einem kleinem Örtchen vor dem 563 Meter hohem Haast Pass, der die veregnete Region der Westcoast mit dem viel sonnigeren Otago verbindet. Wir hatten uns den Ort sehr viel größer vorgestellt und nachdem wir sehr schnell herausgefunden hatten, dass es nicht besonders viel zu sehen gab, haben wir uns nur noch nicht besonders gute Fish & Chips gekauft und sind schnell weitergefahren. Kurz vor dem Pass kamen wir dann zu einem kleinem Parkplatz, von wo ein Track zu den Fantail Falls ging. Diese ergossen sich in ein kleines, türkisfarbenes und eiskaltes Flüsschen. Das relativ breite Flussbett aus Steinen hatten Besucher genutzt, um eine ganze Landschaft aus Steinmännchen zu bauen – ziemlich irre… Ich habe natürlich meinen eigenen kleinen dazugestellt. Später sind wir dann noch bei den Blue Pools angehalten; kleine aber tiefe, türkisblaue und glasklare Wasserbecken. So eine Farbe in einem Gewässer habe ich noch nie gesehen. In Otago befanden wir uns jetzt in einer komplett anderen Welt. Der Regenwald war verschwunden und war bräunlichen Wiesen und Hügeln gewichen. Gelbe Pappeln und rote und orange Büsche und Bäume säumten den Weg und es roch unentwegt nach Herbst. Kühe, Schafe und Wild wurden auf großen Weiden gehalten und wenig später wurde uns auch schon der unglaublich schöne Blick auf den Lake Wanaka gewährt; die Umrisse der Hügel und Berge im Abendlicht dahinter.

Dieser Anblick begrüßte uns auch am nächsten Tag, als wir uns von unserer relativ luxuriösen Unterkunft in Richtung Queenstown aufmachten. Da wir viel Zeit hatten, sind wir auch zuerst noch ein paar Stunden am Westufers des Sees spazieren gegangen. Die Herbstlandschaft ähnelte so gar nicht der wilden Westküste und wir genossen den entspannten Weg sehr. Dieser war Teil von Farmland und wir mussten mit dem Auto über eine Swingbridge und durch mehrere Gatter, um dorthin zu gelangen – bei uns in Deutschland auf Grund des privaten Landes kaum denkbar… Schließlich fuhren wir nach Queenstown, wo wir unsere Nacht verbrachten.

Am nächsten Tag hatten wir den gesamten Tag, um uns diese berühmte Stadt anzusehen. Hier bekommt man jede erdenkliche Art angeboten, um mit abenteuerlichen Aktionen entertaint zu werden. Von Bungy-Jumping, über Jetboot fahren, Rafting oder Hubschrauber Flüge – hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Wir haben aber festgestellt, dass es dabei eigentlich nur um Geld geht und alle Preise mal Pi gerechnet wurden. Nach einem kurzen Spaziergang in der Stadt sind wir also nur noch zur Kawarau Suspension Bridge gefahren. Dort wurde das Bungy-Jumping erfunden und jetzt zu einer lohnenswerten Geldquelle gemacht. Wir haben also einigen Wagemutigen zugeschaut, wie sie sich die 43 Meter in die Tiefe stürzten und sind dann abgehauen. Nicht weit entfernt gab es das viel hübschere und gemütlichere Arrowtown, wo wir durch die Straßen gebummelt sind und Kaffee getrunken haben. Später haben wir noch einen kleinen Spaziergang an einem Bach gemacht… Mein Fazit also: Queenstown ist bestimmt etwas für Abenteuerlustige, die bereit sind, Geld auszugeben. Aber für mich nicht unbedingt…

 

Lake Matheson

Blue Pools Fantail Falls

Lake Wanaka

 

Arrowtown