Meine Reise nach Aotearoa

Auslandsjahr in Neuseeland

25Sept
2016

Die Marlborough Sounds

AATA – It’s all about the adventure. Eigentlich bin ich ja davon ausgegangen, dass die letzte Schulwoche vor den Ferien wieder normal sein würde.. Doch dann hatten wir am Montag bei Mr. Valentine Unterricht. Seine Klasse hatte einen Trip in die Marlborough Sounds mit Mountainbiken und Kajak fahren von Mittwoch zu Freitag geplant und da einige Schüler nicht mitkommen konnten, bot Mr. V sieben Plätze uns Internationals an. Ich hatte das große Glück mitkommen zu dürfen und bin jetzt im Nachhinein einfach nur froh dabei gewesen zu sein...

Die Marlborough Sounds sind fjordähnliche Wasserwege und Halbinseln, die sich östlich von Nelson befinden. Wir waren am Queen Charlotte Sound, der eher wie ein großer See aussieht, da überall Land ist. Es ist auf jeden Fall schon ein ziemlich besonderer Platz auf dieser Erde.

Am selben Tag hieß es also noch einkaufen, einen Tag später packen und am Mittwoch hat Claire mich auch schon zu unserem Treffpunkt an der Schule gebracht. Es war etwas seltsam mit diesen komplett neuen Menschen dort zu stehen und zu wissen, dass wir ab jetzt drei Tage praktisch aufeinander hocken würden. Aber die Kiwis waren von Anfang an einfach nur unglaublich nett und haben uns unterstützt, obwohl sie uns nicht kannten. Wir haben also den Rest unserer Sachen zusammengepackt (Mr. V hat gesagt, dass man nie vergessen darf, was für einen Aufwand das doch bedeutet, einen Trip vorzubereiten) und wir sind mit zwei Vans losgefahren. Die gesamte Gruppe bestand aus 11 Jungs und 5 Mädchen, davon 7 Internationals und 9 Kiwis und unseren Lehrern Mr. V und Mr. Whitehead. Wir haben zwischendurch Pause an einem kleinen Fluss gemacht und danke an Molly, die als erste ins Wasser gesprungen ist und uns somit motiviert hat, unsere Komfortzone zu verlassen und auch in das türkisblaue und eiskalte Nass einzutauchen. Und das tat einfach soooo gut! AATA. Auf jeden Fall war ich deshalb schon klatschnass als wir in Anakiwa, unserem Ausgangspunkt, ankamen. Wir haben die Gruppe geteilt und ein Team hat mit Kajak fahren angefangen, das andere mit Mountainbiken. Ich habe beschlossen mit dem Kajakfahren anzufangen, ich meine nasser als nass kann man eh nicht werden… Mein Team bestand aus den Doppelkajaks Daymon und Laust (aus Dänemark, die anderen waren alles Kiwis), William und Agni, Jiahao und Molly und Flynn und mir. Flynn war super nett und hilfsbereit. Wir starteten also mit unseren Kajaks während die anderen mit den Fahrrädern losfuhren und der Van von einer Freundin von Mister Whitehead zum Campingplatz gebracht wurde. Der Himmel war leicht bewölkt, aber größtenteils schien die Sonne durch. Wir hatten leichten Wellengang und der Wind kam direkt von vorne, sodass wir dagegen ankämpften und meine Arme schon nach 20 Metern schmerzten. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass der Körper mehr schafft als man denkt, wenn man den Willen dazu hat. Und mit der Konzentration immer auf den nächsten Schlag ging es immer weiter vorwärts. Direkt am Anfang haben wir auch ein Vogelnest eines für mich undefinierbaren Greifvogels gesehen mit einem schon ziemlich großen Baby. Nach ungefähr einer Stunde haben wir eine kurze Pause in einer Bucht gemacht, wo Mr. V uns gezeigt hat, wie man mit dem Kajak und ohne Ruder wenden kann. Schließlich sind wir um halb 5 in der Mistletoe Bay angekommen. Als wir aus den Kajaks gestiegen sind, ist mir erst aufgefallen, wie fertig ich wirklich war; ich konnte meine Arme kaum noch bewegen und meine Hände waren seeehr klamm und die Finger unbeweglich und mit einer wunderschönen Blase. Trotzdem hab ich mich einfach nur gut gefühlt… Ich habe mich also umgezogen und Paula und ich haben unser Zelt aufgebaut und danach Abendessen gekocht: Für mich gabs Nudeln mit Tomatensauce! Danach hatten wir eine Reflexion zum ersten Tag und anschließend sind wir Schüler zum Steg gegangen, wo ich einfach die Sterne am Himmel genossen habe und Daymon und William gefischt haben. Später habe ich mich einfach nur noch in meinen Schlafsack gekuschelt und bin sofort eingeschlafen.

Der nächste Morgen startete um sieben, als wir von Daymon geweckt wurden und danach Frühstück hatten. Nachdem wir gepackt hatten ist meine Gruppe dann mit den Mountainbikes losgefahren und die anderen in den Booten und wir wollten uns dann an der Torea Bay treffen. Die ersten hundert Meter gingen nur Bergauf und ich war schon da außer Atem… Der Pfad schlängelte sich dann immer höher und man wurde immer wieder mit einem unglaublichen Blick auf die Sounds belohnt. Der Weg wurde immer steiniger und Molly und ich gingen dazu über zu schieben, weil wir beide nicht mehr fahren konnte, was bei mir größtenteils daran lag, dass ich ziemlich Respekt vor dem Abgrund hatte und die Technik noch nicht wirklich beherrschte. Trotzdem war der Weg wunderschön und wir machten schließlich eine kurze Pause mit wunderschönem Ausblick. Wenig später sahen wir sogar die Kajaks mit der anderen Gruppe… Die ganze Zeit waren die anderen in der Gruppe super nett und unterstützten uns, so weit es ging. Nach und nach wurde ich auch besser und vergaß den Abgrund, sodass wir dann nach ungefähr drei Stunden glücklich in der Torea Bay ankamen und dort Lunch essen konnten, während wir auf die anderen warteten. Schließlich tauschten wir in die Kajaks und begannen gegen den Wind wieder aus der Bucht zum Queen Charlotte Sound zu paddeln. Das war auch der anstrengendeste Teil und meine Hand tat wegen der Blase auch ziemlich weh. Aber mit etwas Willen schafften wir es dann raus und wurden mit dem Anblick auf drei Seehunde belohnt. Danach fuhren wir zu einem Fisch Reservat, wo wir Brot ins Wasser warfen und total viele Fische kamen, die teilweise sogar aus dem Wasser sprangen. Irgendwie mystisch… Anschließend fuhren wir zurück zur Mistletoe Bay, auf dem Weg sahen wir total viele Kormorane und andere Seevögel. Dort packten wir die Kajaks aus und ich wechselte in eine Boot zu Jiahau, da wir zusammen die Kenterübung machen wollten. Wir kippten uns also um 180°, tauchten dann aus dem Kajak und drehten es wieder um. Zuerst kletterte ich wieder rein, danach Jiahau und schließlich pumpten wir das Wasser aus dem Boot. Total happy konnten wir also wieder zum Campingplatz kommen und dort erstmal eine heiße Dusche genießen. Nach dem Abendessen, bei dem es von Daymon gefangene und gebratene Muscheln aus der Bucht gab, sind wir dann die Straße ein Stück zurückgelaufen und sind ohne Taschenlampen durch das Dunkel getappt. Hierbei haben wir zuerst eins, dann immer mehr Glühwürmchen entdeckt, die an den Wänden hingen. Es war ein bisschen, als würde ich durch eine fremde Galaxie laufen… Einfach nur super schön… In der Nacht haben Paula und ich dann draußen unter dem Sternenhimmel geschlafen, was eine tolle Erfahrung war.

Am nächsten Morgen mussten wir dann neben dem Frühstück auch noch die Zelte zusammenpacken und alles aufräumen. Um halb neun bin ich dann mit meiner Gruppe und mit den Mountainbikes gestartet und dieses Mal hat es mir richtig Spaß gemacht. Mittlerweile hatte ich keine Angst mehr und der Weg war einfacher. Ich genoss also einfach die Natur und den Blick auf das Wasser… Und schon ziemlich bald waren wir wieder an dem Parkplatz. Hier wuschen wir die Fahrräder und packten unser Zeug zusammen und die Kajakfahrer machten ihre Kenterübung. Ich sprang ins Wasser, wofür ich von den Kiwis als verrückt erklärt wurde, obwohl die ja immer in Shorts rumlaufen, egal wie kalt es ist... Leider mussten wir dann auch schon wieder zurück zur Schule...

Mich macht das Leben da draußen mit netten Menschen einfach nur Spaß und ich fühle mich so glücklich und frei wie lange nicht mehr! Enjoy your life!

 

Mein Team: Molly, ich, Agni, Jiahau, Flynn, Laust, Daymon und William Mr. V Flynn und ich