Meine Reise nach Aotearoa

Auslandsjahr in Neuseeland

Berichte von 05/2017

13Mai
2017

Der letzte Tag

293! Das ist der letzte Tag meines Auslandsjahres und die Zeit ist wahnsinnig schnell vergangen... Wir verbrachten also den Tag um zu packen, ich fuhr nochmal zur Schule, verabschiedete mich, traf Leute und zeigte meiner Mom, wo ich ein Jahr so gewesen bin. Am Abend trafen wir meine Gastfamilie und gingen gemeinsam Essen und anschließend fuhr ich noch einmal zur Schule. Zufälligerweise war heute nämlich der international Prom, ein Ball mit dem Thema "Once upon a time". Alle waren verkleidet (außer mir);), aber ich bekam schnell ein paar Sachen geliehen. Es war ein unglaublich schöner Abschluss; noch ein letztes Mal tanzen, Spaß haben und die Zeit mit meinen so lieb gewonnenen Freunden auskosten. Anna und ich standen eine ganze Weile draußen und redeten einfach, schmiedeten Pläne für die Zukunft...

Am nächsten Morgen mussten wir dann früh zum Flughafen, um festzzustelln, dass nicht besonders viel funktionierte. Irgendwie organisierten wir also eine neue Flugroute (wegen Regens flog leider nichts). Claire und Mr Millar kamen und verabschiedeten sich und meine Mädels leisteten mir Beistand und warteten. Wir brachten den Norwegern also noch ein deutsches Lied bei und ein paar witzige Worte, wir tranken Kaffee und Kakao, schrieben gegenseitig auf Flaggen oder T-Shirts und trafen überraschender Weise noch einmal Mr.V, der hier wegen seiner Tochter war. Irgenwann ging aber auch die verlängerte Wartezeit zu Ende und wir mussten uns verabschieden. Wir flogen über das Meer und es tat weh, Nelson Auf Wiedersehen zu sagen... Naja, 40 Stunden später hatte ich diesen Tiefpunkt aber schon fast wieder überwunden und es war schön Berlin wiederzusehen. Bei strahlendem Sonnenschein....

 

 Tegel von oben

09Mai
2017

Wellington: Die Hauptstadt Neuseelands

Am nächsten Tag haben wir unser Auto am Vormittag auf einem Parkplatz abgestellt und sind dann mit Handgepäck die Fähre nach Wellington bestiegen. Die Überfahrt von Picton zur Hauptstadt Neuseelands dauerte ca. 3 Stunden und führte zuerst durch die Meeresarme der Marlborough Sounds und dann auf die Cook Strait, der Meeresenge zwischen der Nord- und der Südinsel. Der Himmel war teilweise von Wolken bedeckt, die aber immer wieder aufrissen und die Sonne herausließen. Es war windig und kalt und wir saßen warm angezogen auf dem Deck des Schiffes und genossen die Landschaft. Unterweg sahen wir noch einmal Albatrosse und versuchten Wale ausfindig zu machen, die sich aber versteckt hielten. In Wellington angekommen liefen wir zu unserem kleinen Backpacker und erkundeten danach schon einmal ein bisschen die Stadt. Wellington zählt ungefähr 200000 Einwohner, hat aber wirklich Großstadtcharakter. Die Stadt liegt in einer Bucht und zieht sich dann die Hügel hinauf. Aus Platzmangel wurde schon bald in die Höhe gebaut und man hat nicht das Gefühl, dass es hier eine Stadtplanung gibt. Dennoch gibt es einige sehr schöne Orte und wir liefen ein bisschen an der Promenade am Wasser entlang und fanden anschließend eines der Wahrzeichen der Stadt: Die Cable Car. Diese Standseilbahn verbindet den unteren Teil Wellingtons mit einem 120 Meter höher gelegenem. Wir setzten uns also in den kleinen, roten Wagon und fuhren auf den Hügel. Dort gab es noch ein kleines Museum und anschließend liefen wir durch den Botanischen Garten wieder nach unten. Wir sahen uns noch das Parlamentsgebäude an und kehrten dann am Abend wieder in unserem Backpacker ein. Wie immer waren hier vor allem junge Leute und zwei Jungs begannen Gitarre zu spielen und dazu zu singen.

Am nächsten Tag ging es als erstes zum Te Papa Museum, das sowohl über die Natur Neuseelands, als auch die Geschichte des Landes und seiner Entdeckung durch die Maori und anschließend der Ankunft der Europäer berichtete. Es war ein sehr interessantes Museum, das sowohl für Kinder, als auch Erwachsene geeignet war und viele Themen von unterschiedlichen Seiten beleuchtete. Wir waren auf jeden Fall sehr beeindruckt! Anschließend sind wir durch die Einkaufstraßen gemummelt, haben uns ein paar Second Hand Shops angeschaut und sind dann noch einmal mit der Cable Car zum oberen Anfang des Botanischen Gartens gefahren. Den haben wir uns noch einmal genauer angeschaut und sind dann durch einen alten Friedhof wieder nach untern gelaufen. Hier lagen vor allem Frauen und Kinder und man wurde erinnert, wie viele Frauen ihr Leben im Kindbett ließen. Bis zum Sonnenuntergang, der ja mittlerweile schon um 6 ist, sind wir noch an der Promenade entlanggelaufen, haben zugeschaut, wie die Sonne hinter den Hügeln verschwand und sind dann anschließend wieder zu unserer Unterkunft gelaufen. Bis in den späten Abend haben wir hier mit ein paar Reisenden Karten und Siedler von Catan gespielt. Am nächsten Morgen sind wir dann bei strahlendem Sonnenschein wieder mit der Fähre zurückgefahren. Auch diesmal haben wir Albatrosse und auch Seehunde gesehen. Unser Auto war auch zum Glück noch da und wir fuhren zurück nach Nelson, wobei ich unterwegs noch von ein paar Orten wie dem hübschen Fluss Pelorus Abschied nehmen konnte.

 

Wellington Cable Car Botanischer Garten

06Mai
2017

Picton und der Queen Charlotte Track

Der nächste Tag beinhaltete die längste Autofahrt auf unserer Reise. Um von Christchurch nach Picton zu kommen muss man nämlich einen ziemlich langen Umweg fahren, da die einzige direkte Straße über Kaikoura wegen des Erdbebens letzten November noch immer nicht befahrbar ist. Nach 7 Stunden kamen wir also ndlich in Picton an und haben uns nur noch ein wenig umgeschaut und eine Überfahrt nach Wellington für den folgenden Sonntag gebucht.

Heute, Samstag, sind wir nach Anakiwa gefahren. Die Straße ist wunderschön und immer am Wasser entlang und sehr kurvig. In Anakiwa sind wir dann den Beginn des Queen Charlotte Tracks gelaufen, wo ich schon einmal Mountainbiken und Kajakfahren war. Den entspannten Weg sind wir bis zu einem Aussichtspunkt gelaufen, wo wir einen guten Blick über den Meeresarm hatten. Mit dem Fernglas konnten wir auch einem Delfin beim spielen zusehen… Wieder in Picton kauften wir uns Mittagessen und setzten uns ans Wasser, um diesen schönen Ort zu genießen. Von einigen Leuten aangezogen, die immer hinter einem Haus verschwanden, fanden wir einen weiteren, kleinen Weg, der uns zur Bob’s Bay führte. Sie wurde nach Bob dem Fischermann benannt, auch wenn niemand den kennt. Hier haben wir das Wasser beobachtet und geredet, bis die Sonne hinter den Hügeln verschwand und wir wieder umkehrten. Tatsächlich sahen wir im Hafen dann noch einen Delfin und mehrere Seelöwen ganz nahe spielen und wir sahen ihnen zu, bis es dunkel war.

 

Umser Häuschen in Picton mit Hafenblick Queen Charlotte Sound Das sind Seelöwen drin

04Mai
2017

Christchurch und die Bank Peninsula

Schließlich ging es weiter nach Christchurch, wo wir drei Nächte verbrachten. Auf dem Weg sahen wir uns noch das kleine Fischerörtchen Moeraki an, wo ein super süßes Restaurant war, das aber leider geschlossen hatte. Hinter dem Ort am Strand sind die Moeraki Boulders, die ein bisschen wie versteinerte Schildkröten aussehen. Die großen, kugelgroßen Steine ziehen einige Touristen an, aber es war dennoch lohnenswert sie zu besuchen.

Am nächsten Morgen ging es erst einmal nach Sumner, das ein kleines, nettes Örtchen vor der Stadt war. Hier fanden wir auch eine böhmische Bäckerei, wo wir unglaublich leckere Zimtschnecken aus Blätterteig und mit karamellisierten Orangen fanden… Vom Containerhafen in Lyttelton ging es dann an einer Küstenstraße entlang und nach Christchurch. Die Stadt sah aus wie eine riesige Baustelle; überfüllt mit Autos und Absperrungen. Endlich in der Innenstadt angekommen wurde uns erst bewusst, wie betroffen die Stadt noch von dem Erdbeben in 2011 ist. Fast alle alten Gebäude sind zerstört worden, Ruinen und teilweise nur Fassaden stehen herum und Bauarbeiten sind überall. Leerflächen bieten Platz für viele Parplätze und einer kleinen Containerstadt, in der Geschäfte untergebracht sind. Total schade, dass diese einmal sehr hübsche Stadt so einfach zerstört wurde… Wir haben uns dann die Kunstgalerie und den botanischen Garten angeschaut und haben uns in ein süßes Cafe, voller Antiquitäten und von einer Nordkoreanerin geführt, gesetzt. 

Am nächsten Tag ging es zur Bank Peninsula. Die zerklüftete Halbinsel befindet sich vor der Stadt und bietet wieder die sehr typischen, kurvenreichen Straßen über die Hügel, von wo man einen super Blick auf das Meer und Akaroa hat, der Stadt, die in der Mitte der Halbinsel liegt. Wir waren also spazieren und haben die kalte und klare Luft genossen und die wahnsinnige Szenerie aus türkisfarbenem Meer, grünen Hügeln und schneebedeckten bergen dahinter. In Akaroa sind wir dann durch die süße Stadt gebummelt und anschließend zur Pigeon Bay gefahren. Dort waren wir total alleine und sind über Schafsweiden einem Track an der Bucht entlang gelaufen. Irgendwann hat es dann ziemlich angefangen zu stürmen und wir sind zurück zum Auto gelaufen, um uns aufzuwärmen und in der Dunkelheit zurück zu fahren.

 

Moeraki Moeraki Moeraki Moeraki Boulders Moeraki Boulders Sumner Sumner Lyttelton Lyttelton Christchurch Kathedrale Bank Peninsula Akaroa

01Mai
2017

Dunedin und die Otago Penisula

Für Dunedin hatte nur ein Tag in unseren Plan gepasst, wodurch unser Tag relativ voll wurde. Zuerst schauten wir uns die Stadt an, die meiner Meinung nach die wahrscheinlich schönste der Südinsel ist. Nach Christchurch ist sie die zweitgrößte Stadt der Südinsel und besticht mit alten Backsteingebäuden und roten Ziegeln. Dabei wurde sie gerade einmal vor etwa 160 Jahren von Schotten gegründet, was man ja aber für neuseeländische Verhältnisse schon als alt bezeichnen kann. Duendin ist übrigens das gälische Wort für Edinburgh… Im Zentum befindet sich das Octagon; ein Platz, in dessen Nähe sich so ziemlich alle historischen Gebäude befinden: Eine Kathedrale, der Bahnhof mit Mosaikfußboden und die älteste Universität des Landes, deren Gebäude und Campus wirklich sehr hübsch ist. Nachdem wir also durch das Städtchen geschlendert sind, fuhren wir zur Otago Peninsula.

Die Halbinsel ist direkt hinter Dunedin; voll mit Schafsweiden, tollen Stränden und Buchten, jeder Menge Wildtieren und beherbergt sogar das einzige Schloss Neuseelands. Dieses ist aber hinter einer hohen Hecke versteckt und nur gegen nicht allzu knappes Eintrittsgeld zu besuchen. Daher sind wir lieber zur Sandfly Bay gefahren. Der Name lässt nicht besonders Gutes erwarten, doch der Strand, der dort auf uns wartete war wirklich unglaublich schön. Den Berg durch tiefen Sand herunterrutschend kamen wir zum Strand herunter. An beiden Enden befanden sich Klippen und hinter uns Dünen, die die Bucht zu einem geschütztem Ort machten. Am Beginn des Weges gab es Schilder über Seelöwen und Gelbaugenpinguine, an die man nicht zu nah herangehen sollte. Die Pinguine waren aber gerade fischen, wobei die Seelöwen ganz entspannt an den Klippen schliefen, in der Sonne badeten oder im Sand wälzten. Wir sahen ihnen also einige Zeit zu, fotografierten und freuten uns einfach. Schließlich fuhren wir weiter zur Spitze der Halbinsel, wo die einzige Albatrosskolonie am Festland brütet. Von einer Beobachtungsstation konnten wir die schneeweißen, flauschigen Albatrossküken beobachten, die dort auf ihre Eltern warten, die bis zu 7 Tage lang weg sind, um zu fischen. Albatrosse sind schon echt tolle Tiere! Sie haben eine Flügelspannweite von etwa 3 Metern und fliegen fast nur, wenn es windig ist, da es ohne Wind einfach zu schwer wäre. 80 % ihres Lebens verbringen sie auf der See und kommen nur an Land, um sich fortzupflanzen – und sie haben ihr Leben lang den gleichen Partner. Auf dem Weg zu einer nahgelegnen Plattform flog dann auch tatsächlich einer direkt an uns vorbei! Viel größer sind die, als ich mir vorgestellt hatte und so wunderschön und elegant…

Auf jeden Fall brach die Dämmerung dann auch schon ein und wir beschlossen noch einmal zu der Bucht zu fahren, wo ja jetzt die Pinguine sein müssten. Und prompt angekommen, sahen wir einen. Der Kleine schwamm in die Bucht und watschelte dann den steilen Hang hinauf – so unglaublich süß! Gelbaugenpinguine sind eine der seltensten Pinguinarten. Ca. 4800 gibt es noch, die nur im südlichen Neuseeland leben… Ein ziemlich besonderes Erlebnis...

 

Bahnhof Bahnhof Bahnhof University of Otago Sandfly Bay       Northern Royal Albatross