Meine Reise nach Aotearoa

Auslandsjahr in Neuseeland

 
13Juni
2017

Was danach geschah...

293 Tage, 50 Blogeinträge, unendlich viele Erfahrungen und Erinnerungen... Schon seit ca. 3 Wochen bin ich wieder in good old Germany und versuche mich einzuleben. Der erste Eindruck meiner alten Heimat war: Sonnig und sehr hübsch. Trotzdem schwimme ich irgendwie, wie meine Mom sagt. Wieder zurück in das alte Land zu kommen ist so ähnlich wie in einem anderen neu anzufangen: Kulturshock ist hier das Schlüsselwort. Mir geht es nämlich eigentlich sehr gut, aber das Heimweh nach diesem wunderschönem Land, meinen tollen Freunden und einfach frei sein ist dennoch immer wieder da. Bevor ich jetzt nicht auf den Punkt komme, schreib ich einfach mal auf, was ich vermisse (bzw. meine guten Erinnerungen) und was eher nicht... Sozusagen eine kleine Zusammenfassung meiner Zeit. :)

Was ich vermisse:

- Die unglaublich tollen Leute, die ich getroffen habe. Gespräche mit meiner lieben Gastmama Claire, meinem Permakulturvorbild Mr. V, dem super coolen Schweizer Biologen und Wildwasserinstrucor Henry, den Outdoor-Ed Lehrern und Leuten (wie Luke auf dem Heaphy oder Dave im Kahurangitrip im Winter und natürlich unsere Lehrer) oder mit den International Departement Leuten wie Sytske und Gavin und noch so vielen mehr... Diese Menschen haben mich beeindruckt, zum Nachdenken angeregt, vor Herausforderungen gestellt und den Grundstein für Träume und Pläne gelegt. Kurz: Sie waren wahnsinnig wichtig für mein Jahr, haben mich im Positivem beeinflusst und die Erlebnisse werde ich fest in meiner Erinnerung behalten!

- Meine Freunde. Gehören eigentlich auch zu Leuten, muss ich aber extra aufführen;)! Die Freundschaften, die ich gefunden habe, sind alle sehr besonders! Meine Mädels sind alle einzigartig und so wie sie sind einfach tolle Menschen. Alle verschieden haben wir unsere Vorliebe zum reisen und zu ähnlicher Musik geteilt und jeder jeden so angenommen, wie er ist. Künstlerin und Harrypotterfan Tiril. Meine Namensschwester Marlene, die verrückt und immer voller Energie ist, was ich beides an ihr liebe. Helene x 2: Die Eine hat sich im Theaterspielen verloren, die andere ist einfach unglaublich liebenswürdig! Julie: Orienteering- und auch Harry Potter Fan, die alles für die gibt, die ihr wichtig sind. Leonie ist die, die super süß ist und mit der ich tolle Gespräche hatte. Alana, meine Kiwifreundin! Kajakfahren hat uns zu Freunden gemacht und sie hat mir den Spaß am Tanzen beigebracht. Und natürlich Anna... Heaphy, Mr. Weeks und Klarinettenunterricht hat uns zusammengeschweißt. Ich kenne keine Person, die so wertfrei andere annimmt ist, so positiv ist und die aus mir einen Regenfan gemacht hat... Natürlich gibt es noch so viele mehr, aber das sind die Leute, mit denen ich die meiste Zeit verbracht habe. Wir hatten intensive Gespräche und wunderschöne Abende voller Queen Musik...

- Meine zweite Familie! Ich bin so beeindruckt und froh, dass ich 100% aufgenommen wurde und vor allem zu Claire eine innige Beziehung aufbauen konnte.

- Die Landschaft! So wunderschön.... Mein Lieblingsort war Kahurangi: Unglaublich, aber trotzdem nicht im Reiseführer zu finden.

- Das Wildwasserkajakfahren. Leider gibt es kein Wildwasser in Berlin. Neuseeland von der Perspektive auf und immer wieder unter Wasser zu genießen, war etwas sehr besonderes. Und zum Glück habe ich ja auch die Eskimorolle irgendwann hinbekommen.

- Nayland College: Hat uns praktisch alles ermöglicht und versucht aus uns frei denkende und eigenständige Menschen zu machen, hat uns immer unterstützt und beigestanden. Outdoor Ed war das beste Fach, dass es gibt...

- Die Märkte! Allen voran unser Samstagsmarkt, wo wir zu viel Geld ausgegeben haben. Und alle anderen Märkte natürlich auch... Und die Cafes:)!

- Die Möglichkeiten, die wir hatten! Damit meine ich lange und wunderschöne Fahrradtouren, Berge, Meer, Ukulele spielen, lachen, Pflanzen pflanzen, Norwegisch lernen, Marvin kuscheln, wilde Freiheit des Landes genießen...

 

Und was eher nicht so:

- Das Brot, dass es ja eigentlich nicht gab...

- Mr. Weeks, Leiter des Musikunterrichtes, der Anna aus der Concert Band geschmissen und uns an meinem Geburtstag sozusagen entführt hat.

Viel mehr gibt es glaube ich nicht...

 

In meinem ersten Blogeintrag habe ich von dem Wort "Aotearoa" geschrieben, das so wundervoll klingt. Und das ist es auch. Neuseeland ist meine zweite Heimat, die mir so viel beigebracht und gegeben hat. Das Jahr dort war die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können...

So, dass war es dann mit meinem Blog fürs erste. Ich plane zwar an weiteren Einträgen für größere Reisen in der Zukunft, aber noch steht ja nix fest. Danke auf jeden Fall für alle Kommentare und die, die das gelesen haben, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob hier noch jemand reinschaut... :)

 

Ganz liebe Grüße, Marlene

 

 

13Mai
2017

Der letzte Tag

293! Das ist der letzte Tag meines Auslandsjahres und die Zeit ist wahnsinnig schnell vergangen... Wir verbrachten also den Tag um zu packen, ich fuhr nochmal zur Schule, verabschiedete mich, traf Leute und zeigte meiner Mom, wo ich ein Jahr so gewesen bin. Am Abend trafen wir meine Gastfamilie und gingen gemeinsam Essen und anschließend fuhr ich noch einmal zur Schule. Zufälligerweise war heute nämlich der international Prom, ein Ball mit dem Thema "Once upon a time". Alle waren verkleidet (außer mir);), aber ich bekam schnell ein paar Sachen geliehen. Es war ein unglaublich schöner Abschluss; noch ein letztes Mal tanzen, Spaß haben und die Zeit mit meinen so lieb gewonnenen Freunden auskosten. Anna und ich standen eine ganze Weile draußen und redeten einfach, schmiedeten Pläne für die Zukunft...

Am nächsten Morgen mussten wir dann früh zum Flughafen, um festzzustelln, dass nicht besonders viel funktionierte. Irgendwie organisierten wir also eine neue Flugroute (wegen Regens flog leider nichts). Claire und Mr Millar kamen und verabschiedeten sich und meine Mädels leisteten mir Beistand und warteten. Wir brachten den Norwegern also noch ein deutsches Lied bei und ein paar witzige Worte, wir tranken Kaffee und Kakao, schrieben gegenseitig auf Flaggen oder T-Shirts und trafen überraschender Weise noch einmal Mr.V, der hier wegen seiner Tochter war. Irgenwann ging aber auch die verlängerte Wartezeit zu Ende und wir mussten uns verabschieden. Wir flogen über das Meer und es tat weh, Nelson Auf Wiedersehen zu sagen... Naja, 40 Stunden später hatte ich diesen Tiefpunkt aber schon fast wieder überwunden und es war schön Berlin wiederzusehen. Bei strahlendem Sonnenschein....

 

 Tegel von oben

09Mai
2017

Wellington: Die Hauptstadt Neuseelands

Am nächsten Tag haben wir unser Auto am Vormittag auf einem Parkplatz abgestellt und sind dann mit Handgepäck die Fähre nach Wellington bestiegen. Die Überfahrt von Picton zur Hauptstadt Neuseelands dauerte ca. 3 Stunden und führte zuerst durch die Meeresarme der Marlborough Sounds und dann auf die Cook Strait, der Meeresenge zwischen der Nord- und der Südinsel. Der Himmel war teilweise von Wolken bedeckt, die aber immer wieder aufrissen und die Sonne herausließen. Es war windig und kalt und wir saßen warm angezogen auf dem Deck des Schiffes und genossen die Landschaft. Unterweg sahen wir noch einmal Albatrosse und versuchten Wale ausfindig zu machen, die sich aber versteckt hielten. In Wellington angekommen liefen wir zu unserem kleinen Backpacker und erkundeten danach schon einmal ein bisschen die Stadt. Wellington zählt ungefähr 200000 Einwohner, hat aber wirklich Großstadtcharakter. Die Stadt liegt in einer Bucht und zieht sich dann die Hügel hinauf. Aus Platzmangel wurde schon bald in die Höhe gebaut und man hat nicht das Gefühl, dass es hier eine Stadtplanung gibt. Dennoch gibt es einige sehr schöne Orte und wir liefen ein bisschen an der Promenade am Wasser entlang und fanden anschließend eines der Wahrzeichen der Stadt: Die Cable Car. Diese Standseilbahn verbindet den unteren Teil Wellingtons mit einem 120 Meter höher gelegenem. Wir setzten uns also in den kleinen, roten Wagon und fuhren auf den Hügel. Dort gab es noch ein kleines Museum und anschließend liefen wir durch den Botanischen Garten wieder nach unten. Wir sahen uns noch das Parlamentsgebäude an und kehrten dann am Abend wieder in unserem Backpacker ein. Wie immer waren hier vor allem junge Leute und zwei Jungs begannen Gitarre zu spielen und dazu zu singen.

Am nächsten Tag ging es als erstes zum Te Papa Museum, das sowohl über die Natur Neuseelands, als auch die Geschichte des Landes und seiner Entdeckung durch die Maori und anschließend der Ankunft der Europäer berichtete. Es war ein sehr interessantes Museum, das sowohl für Kinder, als auch Erwachsene geeignet war und viele Themen von unterschiedlichen Seiten beleuchtete. Wir waren auf jeden Fall sehr beeindruckt! Anschließend sind wir durch die Einkaufstraßen gemummelt, haben uns ein paar Second Hand Shops angeschaut und sind dann noch einmal mit der Cable Car zum oberen Anfang des Botanischen Gartens gefahren. Den haben wir uns noch einmal genauer angeschaut und sind dann durch einen alten Friedhof wieder nach untern gelaufen. Hier lagen vor allem Frauen und Kinder und man wurde erinnert, wie viele Frauen ihr Leben im Kindbett ließen. Bis zum Sonnenuntergang, der ja mittlerweile schon um 6 ist, sind wir noch an der Promenade entlanggelaufen, haben zugeschaut, wie die Sonne hinter den Hügeln verschwand und sind dann anschließend wieder zu unserer Unterkunft gelaufen. Bis in den späten Abend haben wir hier mit ein paar Reisenden Karten und Siedler von Catan gespielt. Am nächsten Morgen sind wir dann bei strahlendem Sonnenschein wieder mit der Fähre zurückgefahren. Auch diesmal haben wir Albatrosse und auch Seehunde gesehen. Unser Auto war auch zum Glück noch da und wir fuhren zurück nach Nelson, wobei ich unterwegs noch von ein paar Orten wie dem hübschen Fluss Pelorus Abschied nehmen konnte.

 

Wellington Cable Car Botanischer Garten

06Mai
2017

Picton und der Queen Charlotte Track

Der nächste Tag beinhaltete die längste Autofahrt auf unserer Reise. Um von Christchurch nach Picton zu kommen muss man nämlich einen ziemlich langen Umweg fahren, da die einzige direkte Straße über Kaikoura wegen des Erdbebens letzten November noch immer nicht befahrbar ist. Nach 7 Stunden kamen wir also ndlich in Picton an und haben uns nur noch ein wenig umgeschaut und eine Überfahrt nach Wellington für den folgenden Sonntag gebucht.

Heute, Samstag, sind wir nach Anakiwa gefahren. Die Straße ist wunderschön und immer am Wasser entlang und sehr kurvig. In Anakiwa sind wir dann den Beginn des Queen Charlotte Tracks gelaufen, wo ich schon einmal Mountainbiken und Kajakfahren war. Den entspannten Weg sind wir bis zu einem Aussichtspunkt gelaufen, wo wir einen guten Blick über den Meeresarm hatten. Mit dem Fernglas konnten wir auch einem Delfin beim spielen zusehen… Wieder in Picton kauften wir uns Mittagessen und setzten uns ans Wasser, um diesen schönen Ort zu genießen. Von einigen Leuten aangezogen, die immer hinter einem Haus verschwanden, fanden wir einen weiteren, kleinen Weg, der uns zur Bob’s Bay führte. Sie wurde nach Bob dem Fischermann benannt, auch wenn niemand den kennt. Hier haben wir das Wasser beobachtet und geredet, bis die Sonne hinter den Hügeln verschwand und wir wieder umkehrten. Tatsächlich sahen wir im Hafen dann noch einen Delfin und mehrere Seelöwen ganz nahe spielen und wir sahen ihnen zu, bis es dunkel war.

 

Umser Häuschen in Picton mit Hafenblick Queen Charlotte Sound Das sind Seelöwen drin

04Mai
2017

Christchurch und die Bank Peninsula

Schließlich ging es weiter nach Christchurch, wo wir drei Nächte verbrachten. Auf dem Weg sahen wir uns noch das kleine Fischerörtchen Moeraki an, wo ein super süßes Restaurant war, das aber leider geschlossen hatte. Hinter dem Ort am Strand sind die Moeraki Boulders, die ein bisschen wie versteinerte Schildkröten aussehen. Die großen, kugelgroßen Steine ziehen einige Touristen an, aber es war dennoch lohnenswert sie zu besuchen.

Am nächsten Morgen ging es erst einmal nach Sumner, das ein kleines, nettes Örtchen vor der Stadt war. Hier fanden wir auch eine böhmische Bäckerei, wo wir unglaublich leckere Zimtschnecken aus Blätterteig und mit karamellisierten Orangen fanden… Vom Containerhafen in Lyttelton ging es dann an einer Küstenstraße entlang und nach Christchurch. Die Stadt sah aus wie eine riesige Baustelle; überfüllt mit Autos und Absperrungen. Endlich in der Innenstadt angekommen wurde uns erst bewusst, wie betroffen die Stadt noch von dem Erdbeben in 2011 ist. Fast alle alten Gebäude sind zerstört worden, Ruinen und teilweise nur Fassaden stehen herum und Bauarbeiten sind überall. Leerflächen bieten Platz für viele Parplätze und einer kleinen Containerstadt, in der Geschäfte untergebracht sind. Total schade, dass diese einmal sehr hübsche Stadt so einfach zerstört wurde… Wir haben uns dann die Kunstgalerie und den botanischen Garten angeschaut und haben uns in ein süßes Cafe, voller Antiquitäten und von einer Nordkoreanerin geführt, gesetzt. 

Am nächsten Tag ging es zur Bank Peninsula. Die zerklüftete Halbinsel befindet sich vor der Stadt und bietet wieder die sehr typischen, kurvenreichen Straßen über die Hügel, von wo man einen super Blick auf das Meer und Akaroa hat, der Stadt, die in der Mitte der Halbinsel liegt. Wir waren also spazieren und haben die kalte und klare Luft genossen und die wahnsinnige Szenerie aus türkisfarbenem Meer, grünen Hügeln und schneebedeckten bergen dahinter. In Akaroa sind wir dann durch die süße Stadt gebummelt und anschließend zur Pigeon Bay gefahren. Dort waren wir total alleine und sind über Schafsweiden einem Track an der Bucht entlang gelaufen. Irgendwann hat es dann ziemlich angefangen zu stürmen und wir sind zurück zum Auto gelaufen, um uns aufzuwärmen und in der Dunkelheit zurück zu fahren.

 

Moeraki Moeraki Moeraki Moeraki Boulders Moeraki Boulders Sumner Sumner Lyttelton Lyttelton Christchurch Kathedrale Bank Peninsula Akaroa

01Mai
2017

Dunedin und die Otago Penisula

Für Dunedin hatte nur ein Tag in unseren Plan gepasst, wodurch unser Tag relativ voll wurde. Zuerst schauten wir uns die Stadt an, die meiner Meinung nach die wahrscheinlich schönste der Südinsel ist. Nach Christchurch ist sie die zweitgrößte Stadt der Südinsel und besticht mit alten Backsteingebäuden und roten Ziegeln. Dabei wurde sie gerade einmal vor etwa 160 Jahren von Schotten gegründet, was man ja aber für neuseeländische Verhältnisse schon als alt bezeichnen kann. Duendin ist übrigens das gälische Wort für Edinburgh… Im Zentum befindet sich das Octagon; ein Platz, in dessen Nähe sich so ziemlich alle historischen Gebäude befinden: Eine Kathedrale, der Bahnhof mit Mosaikfußboden und die älteste Universität des Landes, deren Gebäude und Campus wirklich sehr hübsch ist. Nachdem wir also durch das Städtchen geschlendert sind, fuhren wir zur Otago Peninsula.

Die Halbinsel ist direkt hinter Dunedin; voll mit Schafsweiden, tollen Stränden und Buchten, jeder Menge Wildtieren und beherbergt sogar das einzige Schloss Neuseelands. Dieses ist aber hinter einer hohen Hecke versteckt und nur gegen nicht allzu knappes Eintrittsgeld zu besuchen. Daher sind wir lieber zur Sandfly Bay gefahren. Der Name lässt nicht besonders Gutes erwarten, doch der Strand, der dort auf uns wartete war wirklich unglaublich schön. Den Berg durch tiefen Sand herunterrutschend kamen wir zum Strand herunter. An beiden Enden befanden sich Klippen und hinter uns Dünen, die die Bucht zu einem geschütztem Ort machten. Am Beginn des Weges gab es Schilder über Seelöwen und Gelbaugenpinguine, an die man nicht zu nah herangehen sollte. Die Pinguine waren aber gerade fischen, wobei die Seelöwen ganz entspannt an den Klippen schliefen, in der Sonne badeten oder im Sand wälzten. Wir sahen ihnen also einige Zeit zu, fotografierten und freuten uns einfach. Schließlich fuhren wir weiter zur Spitze der Halbinsel, wo die einzige Albatrosskolonie am Festland brütet. Von einer Beobachtungsstation konnten wir die schneeweißen, flauschigen Albatrossküken beobachten, die dort auf ihre Eltern warten, die bis zu 7 Tage lang weg sind, um zu fischen. Albatrosse sind schon echt tolle Tiere! Sie haben eine Flügelspannweite von etwa 3 Metern und fliegen fast nur, wenn es windig ist, da es ohne Wind einfach zu schwer wäre. 80 % ihres Lebens verbringen sie auf der See und kommen nur an Land, um sich fortzupflanzen – und sie haben ihr Leben lang den gleichen Partner. Auf dem Weg zu einer nahgelegnen Plattform flog dann auch tatsächlich einer direkt an uns vorbei! Viel größer sind die, als ich mir vorgestellt hatte und so wunderschön und elegant…

Auf jeden Fall brach die Dämmerung dann auch schon ein und wir beschlossen noch einmal zu der Bucht zu fahren, wo ja jetzt die Pinguine sein müssten. Und prompt angekommen, sahen wir einen. Der Kleine schwamm in die Bucht und watschelte dann den steilen Hang hinauf – so unglaublich süß! Gelbaugenpinguine sind eine der seltensten Pinguinarten. Ca. 4800 gibt es noch, die nur im südlichen Neuseeland leben… Ein ziemlich besonderes Erlebnis...

 

Bahnhof Bahnhof Bahnhof University of Otago Sandfly Bay       Northern Royal Albatross

29April
2017

Hector-Delfine an der Curio Bay und die Catlins nach Dunedin

Nun ging es von Te Anau zu dem südlichsten Punkt unserer Reise. Durch eine landwirtschaftlich geprägte Landschaft sind wir nach Invercargill gefahren und haben uns dort kurz umgeschaut. Wie die meisten Städte hier haben wir das aber auch bald wieder hinter uns gelassen und sind weiter nach Bluff gefahren, das auf einer Landzunge ist und von wo man mit dem Schiff nach Stewart Island fahren kann. Dort haben wir uns ein paar frische Austern gegönnt und zum Mittagessen genossen. Anschließend sind wir noch ca. 100 Kilometer weiter zur Curio Bay gefahren, wo sich unsere heutige Unterkunft befand. Ein paar Häuser, ein langer Strand und Dünen; ansonsten fast nichts. Wir sind also an diesem wunderschönen Ort am Wasser spazieren gegangen und haben genossen, ein bisschen durchgepustet zu werden. Und dann, plötzlich, haben wir die Finne eines Hector-Delfins aus dem Wasser schauen sehen. Nur sehr kurz, dann war er auch wieder verschwunden. Wir verbrachten also den Abend damit, nach den Delfinen zu suchen, die immer wieder nur ganz kurz zu sehen waren. Ein ziemlich cooles Erlebnis!

Am nächsten Morgen konnten wir den Delfinen auch noch Auf Wiedersehen sagen, bevor wir uns auf dem Weg an den Catlins entlang nach Dunedin machten. Die Catlins ist eine sehr dünn besiedelte und zerklüftete Region an der Südspitze der Südinsel. Am bekanntesten dort sind wahrscheinlich die Cathedral Caves; zwei untereinander verbundene Höhlen am Strand, die vom Meer geformt wurden und nur bei Ebbe zu besuchen sind. Sie sind ca. 100 Meter lang und bis zu 30 Meter hoch. Als wir dort waren, waren wir die einzigen Besucher, was den Ort sehr besonders machte. Anschließend haben wir uns noch zwei Wasserfälle angeschaut und sind dann zum Nugget Point gefahren. Dort ist ein kleiner, weißer Leuchtturm, von dem man runter auf eine Seehundkolonie schauen kann. Es war super windig, aber wunderschön. Am Abend sind wir dann in Dunedin in unsere Unterkunft eingekehrt.

 

BluffCurio Bay Cathedral Caves

28April
2017

Glühwürmchen in Te Anau und mit dem Boot durch den wunderschönen Milford Sound

Von Queenstown sind wir nach Te Anau gefahren und ließen uns extra viel Zeit , damit wir uns alles anschauen konnten, was uns auf dem Weg ins Auge fiel. So sahen wir uns den Lake Wakatipu, an dem Queenstown liegt, noch einmal vom anderen Ufer an oder fanden ein Schild in Garston, das auf New Zealand’s most Inland village verweist. Schließlich hatten wir Picknick am Pukerau Red Tussock Scientific Reserve mit Blick auf eine total tolle Graslandschaft mit Büschen und Bergen dahinter. Schließlich sind wir auch irgendwann auf unserem Zeltplatz in Te Anau angekommen, wo wir eines der kleinen Apartments bezogen. Da der Tag noch relativ jung war, sind wir noch in dem Örtchen herumgeschlendert und saßen am Lake Te Anau. In der Abenddämmerung sind wir dann mit einer geführten Tour auf einem Schiff zu den Te Ana-au Höhlen gefahren, die auf der anderen Uferseite des Sees sind. Te Ana-au heißt so viel wie Höhle des wirbelnden Wassers und die Maori gaben dem Ort seinen Namen. Als die ersten Europäer dann ca. 200 Jahre später kamen, stand fest, dass sich hier irgendwo ein Höhlensystem befindet. Das gesamte Höhlensystem hat den Namen Aurora-Höhlen und der größte Teil steht unter Schutz, da dort der Takahe wohnt; ein endemischer, stark vom Aussterben bedrohter Vogel. Im vorderen Teil des Systems sind aber die Te Ana-au Höhlen, die man besuchen darf. Das besondere sind die Millionen Glühwürmchen, die dort wohnen. Mit einem Guide sind wir also dort hinein glaufen, haben alles mögliche über diese Tiere gelernt und sind dann in einem Bötchen bei kompletter Dunkelheit und Stille durch den engen Bachlauf geglitten – die Augen an die Decke gerichtet, wo man wie an einem wunderschönem Nachthimmel diese ganzen kleinen Lichter sah. Ein ziemlich mystischer Ort war das!

Am nächsten Morgen sind wir dann früh aufgestanden, um zum Milford Sound zu fahren, dem bekanntesten Fjord Neuseelands. Es hat geregnet und die enge und kurvenreiche Straße führte durch den Fjordland Nationalpark bis zum Milford Sound. Dabei waren links und recht die ganze Zeit Berge und durch den Regen flossen überall Flüsse und Wasserfälle herunter. Je länger man wo hinsah, desto mehr Wasserfälle konnte man auch zählen. Dunst und Wolken hingen dazwischen und man nahm nur die ganzen Umrisse in unterschiedlichen Schattierungen wahr. Schließlich kam noch ein Tunnel, der in den Berg geschlagen und schlecht beleuchtet ein echtes Abenteuer darstellte. Am Fjord hatten wir dann noch etwas Zeit uns umzusehen und sind dann auf die Milford Mariner gestiegen. Mit dem Boot sind wir durch den Fjord gefahren und ein Guide hat uns von allem möglichen Wissenswerten erzählt. Wir sind auch bis direkt zu den Wasserfällen gefahren, wo einige eine kleine Dusche abbekamen. Außerdem sahen wir Seehunde und natürlich diese unglaublich schöne Landschaft des Nationalparks. Bis hinaus auf die Tasmanische See fuhren wir also, bis wir wieder umkehrten und den Heimweg antraten.

Mit dem Auto auf dem Weg zurück nach Te Anau kamen wir dann noch zu ein paar Aussichtspunkten und Wasserfällen, so wie den Mirror-Lakes, die aber eher Tümpel waren. Es war aber auf jeden Fall ein super schöner und magischer Tag!!!

 

Pukerau Red Tussock Scientific Reserve Auf dem Weg zu den Glühwürmchen   Fjordland Nationalpark Milford Sound

26April
2017

Lake Wanaka und Queenstown

Nach der zweiten Nacht in Franz Josef sind wir dann wieder aufgebrochen, um zum Lake Wanaka zu fahren. Dabei sind wir aber erst am Lake Matheson vorbeigekommen; ein kleiner Moorsee, der so spiegelglatt war, dass sich die Berge und der Wald darin glasklar gespiegelt haben. Natürlich ist dieser See auch relativ bekannt und eine Touristenattraktion geworden, aber die meisten waren nach dem ersten Aussichtspunkt schon zufrieden und wir konnten die Stille genießen, sobald wir auf der anderen Seite des Sees angekommen waren. Denn eigentlich ist dies schon ein mystischer Ort… Anschließend stöberten wir noch ein bisschen durch den Souvenirshop und sind dann weitergefahren. Den nächsten Stopp haben wir in Haast gemacht, einem kleinem Örtchen vor dem 563 Meter hohem Haast Pass, der die veregnete Region der Westcoast mit dem viel sonnigeren Otago verbindet. Wir hatten uns den Ort sehr viel größer vorgestellt und nachdem wir sehr schnell herausgefunden hatten, dass es nicht besonders viel zu sehen gab, haben wir uns nur noch nicht besonders gute Fish & Chips gekauft und sind schnell weitergefahren. Kurz vor dem Pass kamen wir dann zu einem kleinem Parkplatz, von wo ein Track zu den Fantail Falls ging. Diese ergossen sich in ein kleines, türkisfarbenes und eiskaltes Flüsschen. Das relativ breite Flussbett aus Steinen hatten Besucher genutzt, um eine ganze Landschaft aus Steinmännchen zu bauen – ziemlich irre… Ich habe natürlich meinen eigenen kleinen dazugestellt. Später sind wir dann noch bei den Blue Pools angehalten; kleine aber tiefe, türkisblaue und glasklare Wasserbecken. So eine Farbe in einem Gewässer habe ich noch nie gesehen. In Otago befanden wir uns jetzt in einer komplett anderen Welt. Der Regenwald war verschwunden und war bräunlichen Wiesen und Hügeln gewichen. Gelbe Pappeln und rote und orange Büsche und Bäume säumten den Weg und es roch unentwegt nach Herbst. Kühe, Schafe und Wild wurden auf großen Weiden gehalten und wenig später wurde uns auch schon der unglaublich schöne Blick auf den Lake Wanaka gewährt; die Umrisse der Hügel und Berge im Abendlicht dahinter.

Dieser Anblick begrüßte uns auch am nächsten Tag, als wir uns von unserer relativ luxuriösen Unterkunft in Richtung Queenstown aufmachten. Da wir viel Zeit hatten, sind wir auch zuerst noch ein paar Stunden am Westufers des Sees spazieren gegangen. Die Herbstlandschaft ähnelte so gar nicht der wilden Westküste und wir genossen den entspannten Weg sehr. Dieser war Teil von Farmland und wir mussten mit dem Auto über eine Swingbridge und durch mehrere Gatter, um dorthin zu gelangen – bei uns in Deutschland auf Grund des privaten Landes kaum denkbar… Schließlich fuhren wir nach Queenstown, wo wir unsere Nacht verbrachten.

Am nächsten Tag hatten wir den gesamten Tag, um uns diese berühmte Stadt anzusehen. Hier bekommt man jede erdenkliche Art angeboten, um mit abenteuerlichen Aktionen entertaint zu werden. Von Bungy-Jumping, über Jetboot fahren, Rafting oder Hubschrauber Flüge – hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Wir haben aber festgestellt, dass es dabei eigentlich nur um Geld geht und alle Preise mal Pi gerechnet wurden. Nach einem kurzen Spaziergang in der Stadt sind wir also nur noch zur Kawarau Suspension Bridge gefahren. Dort wurde das Bungy-Jumping erfunden und jetzt zu einer lohnenswerten Geldquelle gemacht. Wir haben also einigen Wagemutigen zugeschaut, wie sie sich die 43 Meter in die Tiefe stürzten und sind dann abgehauen. Nicht weit entfernt gab es das viel hübschere und gemütlichere Arrowtown, wo wir durch die Straßen gebummelt sind und Kaffee getrunken haben. Später haben wir noch einen kleinen Spaziergang an einem Bach gemacht… Mein Fazit also: Queenstown ist bestimmt etwas für Abenteuerlustige, die bereit sind, Geld auszugeben. Aber für mich nicht unbedingt…

 

Lake Matheson

Blue Pools Fantail Falls

Lake Wanaka

 

Arrowtown

23April
2017

Franz Josef Gletscher und Lagunen in Okarito

Am nächsten morgen sind wir dann nach einem gemütlichen Frühstück wieder aufgebrochen und nach einer Morgenwanderung zu einem Bach den Weg zurück bis nach Hokitika gefahren. Das ist die Greenstone Hauptstadt Neuseelands und es gibt einen Laden nach dem anderen, der das grüne Gold verkauft. Später am Strand haben wir auch versucht, den Stein zu finden, doch irgendwie sahen alle Steine grünlich aus, ohne Jade zu sein. Wir sind also weiter nach Franz Josef gefahren, dem Dorf am gleichnamigen Gletscher. Am nächsten morgen sind wir dann zum Gletscher gefahren, doch der Wanderweg führte nicht gerade bis ans Eis und so imposant wie die norwegischen Gletscher war er auch nicht. Dafür ein Haufen Touristen… In unserem Reiseführer steht, dass es mit Glück nur nieselt, doch bei uns war mal wieder kein Wölkchen am Himmel. Auf die Empfehlung eines Kiwis aus Christchurch, den wir auf dem Arthur’s Pass getroffen hatten, fuhren wir nach Okarito. Das ist ein kleines, verschlafenes Dorf an der Küste, für die meisten Touristen uninteressant. Dabei gibt es dort zwei Lagunen mit Silberreihern und uns hat die Umgebung eher an ein Paradies erinnert. Daher haben wir es umso mehr genossen, die ca. 10 Kilometer Küstenweg bis zur menschenleeren Lagune und am Strand zurück zu laufen. Dann hat es doch noch angefangen zu nieseln und wir haben uns bis zum Abendessen in den Hot Pool unseres Backpackers gesetzt.

 

  Franz Josef Gletscher  Lagune

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